Aus Sternenglanz ist Neonlicht geworden

Corinna Wrana

08.06. – 01.07.2022

In »Aus Sternenglanz ist Neonlicht geworden« zeigt Corinna C. Wrana im Dialog mit dem Galerieraum Eboran eine immersive Installation, die architektonische und diskursive Räume eröffnet und sich aus einem Dualismus von organischen Formen und harten schwarzen Linien zusammensetzt. Exakt gesetzte Linien durchziehen den Galerieraum und leiten den Blick der Besucher*innen von Wandflächen über die Decke zum Boden. Es sind Blickrichtungen, die neue Perspektiven eröffnen und über eigenen Anschauungsweisen reflektieren lassen. Ovale Objekte erweitern die räumlich geführten Linien. Es sind plastische Elemente aus verleimter Erde, die durch Formgebung und Materialität zu Subjekten werden. Sie nehmen eine Erzählstruktur an, die an Vergänglichkeit erinnert und zugleich auf das Verhältnis des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt aufmerksam macht. Sich selbst in die natürliche Umwelt eingebunden zu sehen, ändert den Blick auf menschliche Praktiken bezogen auf ökologische Fragestellungen. »Aus Sternenglanz ist Neonlicht geworden« erzählt nicht von Verhältnissen, die klar und unkompliziert sind – die Ausstellung zieht Bilanz über den Mythos, dass Menschen radikal vereinzelte Individuen seien, ist bei ihrer Kritik aber auch durchaus positiv gestimmt.

Corinna C. Wrana studierte bis 2019 Kontextuelle Malerei bei Ashley Hans Scheirl und Bildhauerei & Performative Kunst bei Monica Bonvicini an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zudem absolvierte sie mehrere Studien- und Arbeitsaufenthalte in Barcelona, unter anderem an der Universitat de Barcelona. Für 2020/21 erhielt sie das Art Start Stipendium Mentoring-Programm Kunst der Akademie der bildenden Künste Wien. 2022 wurde sie in das Förderprogramm der Kunsthilfe Salzburg und der Internationale Salzburg Association aufgenommen. In ihrer skulpturalen, raum- und zeitgreifenden künstlerischen Praxis setzt sich Corinna C. Wrana mit antirassistischen, ökologischen und alltagspolitisch relevanten Themen auseinander. Ihre Arbeiten finden nicht nur im Galerieraum statt, in Einzel- und Gruppenausstellungen, sondern auch im öffentlichen Raum, um in direkte Kommunikation mit Gruppen, Räumen und Institutionen zu treten, die sie in ihren scheinbar abstrakten Kommentaren zur zeitgenössischen Kulturlandschaft und der sozio-politischen Gemeinschaft, ihrem direkten Umfeld, bespricht.